Definition · Governance und Recht

KI‑Risikoklassen: Definition, Stufen und Einordnung

Definition

KI-Risikoklassen sind die Kategorien, in die der EU AI Act KI-Systeme nach ihrem Gefährdungspotenzial einteilt. Grob reichen sie von verbotenen Praktiken über Hochrisiko-Systeme und Systeme mit Transparenzpflicht bis zu geringem Risiko. Die Klasse bestimmt, welche Pflichten gelten. Für einen KI-Assistenten ist die Einordnung der erste Schritt, weil sie den gesamten Aufwand festlegt.

Warum der Begriff zählt

Ohne Einordnung weiß niemand, ob ein Assistent nur eine Kennzeichnung braucht oder volle Dokumentation und Aufsicht. Die Risikoklasse übersetzt einen abstrakten Rechtstext in eine konkrete To-do-Liste. Wer sie früh bestimmt, vermeidet zwei teure Fehler: einen harmlosen Assistenten zu überregulieren und einen kritischen Agenten zu unterschätzen.

Wann es relevant ist

  • Ein neues KI-System soll produktiv eingesetzt werden.
  • Ein Assistent berührt sensible Bereiche wie Auswahl oder Bonität.
  • Ihr wollt den Compliance-Aufwand realistisch planen.
  • Ein eingekauftes Tool muss in die eigene Einordnung passen.

Wann nicht

Ein reines Laborexperiment ohne Wirkung auf Menschen braucht noch keine formale Einordnung, wohl aber eine grobe Ersteinschätzung. Und die Klasse allein löst nichts: Sie sagt, welche Pflichten gelten, ersetzt aber nicht deren Umsetzung mit Rechten, Freigaben und Protokollen.

Branchen, die das nutzen

  • Personalvermittlung: Auswahlsysteme fallen oft in Hochrisiko und brauchen strenge Auflagen.
  • Kreditinstitute: Bonitätsbewertung steht regelmäßig unter besonderer Beobachtung.
  • Kritische Infrastruktur: Steuerungssysteme werden streng eingeordnet.
  • Handel und Marketing: ein reiner Info-Assistent bleibt meist in einer niedrigen Klasse.

Typische Anwendungsfälle

  • Ein Company Brain als System mit geringem Risiko einordnen.
  • Einen Chat-Assistenten unter die Transparenzpflicht stellen.
  • Einen HR-Agenten auf Hochrisiko-Kriterien prüfen.
  • Verbotene Praktiken früh ausschließen, bevor gebaut wird.
  • Eine eingekaufte Lösung in das eigene Klassenmodell einsortieren.

Entscheidungshilfe

Entscheidungshilfe
SignalHohe Klasse wahrscheinlichNiedrige Klasse wahrscheinlich
Entscheidung über MenschenHochrisiko prüfenreine Auskunft ist gering
Sensibler Bereich betroffenstrenge Auflagenneutrale Sachthemen leichter
Direkter Chat mit Nutzernmindestens Transparenzpflichtinterne Nutzung oft geringer
Manipulative Muster geplantdroht Verbotsachliche Hilfe unkritisch

Beispiel

Ein Team ordnet vor dem Bau ein: Das geplante Company Brain gibt nur internes Wissen wieder und landet in geringem Risiko, der Chat-Assistent nach außen bekommt eine KI-Kennzeichnung, und ein geplanter Auswahl-Agent wird als möglicher Hochrisiko-Fall zurückgestellt und geprüft. Das Beispiel beschreibt die Methode, keine Rechtsberatung und keine erfundene Kennzahl.

Verbindung zu Services

Wir ordnen jedes System früh ein und bauen ein Company Brain, einen KI-Assistenten oder KI-Agenten passend zur jeweiligen Risikoklasse, mit Kennzeichnung, Rechten und Freigaben.

Quellen

Diese Einordnung beschreibt die grobe Struktur und ist keine Rechtsberatung. Die genauen Kriterien und Grenzen der Risikoklassen ergeben sich aus dem EU AI Act und sind am aktuellen Verordnungstext und an offizieller Guidance im Einzelfall zu prüfen.

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Häufige Fragen · 03

Häufige Fragen.

Wie viele Risikoklassen gibt es?
Grob vier Ebenen: verbotene Praktiken, Hochrisiko, Systeme mit Transparenzpflicht und geringes Risiko. Die genauen Grenzen ergeben sich aus dem EU AI Act und sind am aktuellen Text zu prüfen, nicht pauschal zu setzen.
In welche Klasse fällt ein interner Assistent meist?
Ein Assistent, der nur freigegebenes Wissen wiedergibt, liegt oft in geringem Risiko. Höher wird es, wenn er über Menschen entscheidet oder sensible Bereiche berührt, etwa bei Auswahl oder Bewertung.
Was, wenn wir uns bei der Einordnung unsicher sind?
Dann ordnet man vorsichtig höher ein und prüft genau, statt zu unterschätzen. Eine dokumentierte Ersteinschätzung mit Begründung ist im Zweifel besser als gar keine oder eine zu optimistische.